Undankbar…

Gestern war es mal wieder soweit – mein Geburtstag stand vor der Tür. Die letzten Jahre war dieser Tag immer eine deprimierende Katastrophe und ich erinnere mich nicht daran, wann ich mal einen richtig tollen Geburtstag hatte. Meistens habe ich mit meinen Eltern, Großeltern und Cousinen draußen gegrillt und abends hat es dann in Strömen geregnet und wir mussten alle nach drinnen flüchten.

Dieses Jahr wollte ich alles anders machen und da es nur noch einen Monat bis zu den letzten Klausuren ist und ich danach viele nicht mehr bzw. nur noch sehr selten sehen werde, wollte ich nochmal die komplette Herde zusammenbringen. Mit allen gemütlich zu grillen und einen tollen Abend zu haben, das war mein Plan. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn die Resonanz der anderen war mehr als bescheiden und am Ende war von der ursprünglichen Herde nur Markus da. Aber ehrlich gesagt ist mir das jetzt auch egal, ich habe keinen Nerv mehr irgendwelchen Leuten hinterherzurennen, die sich nicht kümmern. So haben wir halt im kleinen Kreis gefeiert, doch es waren alle da, die mir etwas bedeuten. Meine Cousinen kamen mit ihren Männern – und Börta brachten sie auch mit. diese spielte dann mit Camille, Marias bildhübschem schwarzen Schäferhund. Außer Maria waren noch Bianka und Jenny M. da und natürlich meine vegane Truppe, mit der ich am Vormittag bereits Alpaka wandern war.

Der erste Teil des Tages war wirklich schön. Wir fuhren (viel zu spät) in ein kleines Dörfchen mit einem Cafe und einer Alpaka Herde hinterm Haus und nach kleiner Vorstellrunde spazierten wir zwei Stunden lang mit den putzigen kleinen Tierchen durch den Wald oder machten eine kleine Pause zum grasen und Bilder machen auf einer Wiese. Mit den beiden kleinsten Tieren am Strick, Papillion und Rami, kam ich sehr gut klar und die beiden ließen meine Arme manchmal ein bisschen verknoten, aber ansonsten hüpften sie ganz friedlich neben mir her. Dome und Lama Norbert werden wohl keine besten Freunde mehr werden – dafür verstand sich Michi mit ihrem gefräßigen weißen Flauschtier Perseus umso besser und die beiden bildeten die gemütliche Nachhut. Am Ende des Spaziergangs bekam ich sogar noch einen niedlichen Alpaka Schlüsselanhänger aus Holz zum Geburtstag geschenkt.

So weit, so gut. Den Bach runter ging es erst, als ich beim Einparken in die eigentlich mehr als ausreichend große Parklücke über eine betonbegrenzung schrubbte und mir ein gutes Stück Plastik vorne total verkratzte. Dabei wusste ich dass ich zu früh engeschlagen hatte und wäre ich alleine in dem Auto gewesen, hätte ich nochmal zurückgesetzt, aber da wir zu fünft in dem Auto saßen und ich ja immer so große Töne spucke, das ich IMMER beim ersten Mal in die Parklücke flutsche und alles toll ist, war ich natürlich zu stolz, auf Nummer sicher zu gehen und so passierte das unvermeidliche. Über so viel Dummheit kann man sich wirklich nur noch ärgern :/

Als meine Eltern dann am Campus ankamen war die Stimmung auch alles andere als gut und die Zeit, bis die anderen Gäste eintrafen, verlief sehr schleppend. Gott sei Dank kamen meine Cousinen früher als anfangs gedacht und so konnten wir alle zusammen grillen und essen – wenn auch an drei verschiedenen Bänken. Die Lager spalteten sich auf in Familientisch, Veganer und die restlichen Leute von der Uni und wirklich zusammenbringen konnte ich sie nicht, also hüpfte ich immer von einem Tisch zum anderen und versuchte mit allen ein bisschen zu sprechen und sicherzustellen, dass alle mit Essen versorgt waren und alles gut war.

Meine Laune hielt sich von Anfang an in Grenzen beim grillen und am schlimmsten wurde es, als der Regen uns noch zusätzlich ärgerte. Die anderen taten so, als mache ihnen das nicht viel aus, aber ich fand es total blöd, wie meine beiden veganer Pärchen unter Regenschirmen mitten im Regen saßen, alles um sie herum plitschnass wurde und die anderen Schutz unter dem Baum neben dem Grillplatz suchten. Aber einen Plan B hatte ich nicht und so mussten wir an dem Platz ausharren und hofften, dass es bitte bitte aufhören möge zu regnen. Den Gefallen tat uns das Wetter aber leider nicht und nachdem wir noch Marias richtig leckeren (und sogar veganen…aber dafür mit einem Schuss Holunderblütensirup) Nachtisch im Dunkeln gegessen hatten verabschiedeten sich meine Eltern und meine Cousinen und wir zogen nach drinnen um. Also genau genommen setzten wir uns auf die Treppe im Flur und die restlichen acht Leute tranken noch ein Bierchen, während ich die Augen schloss und mich von Bianka kraulen ließ….aber leider nur so lange, bis ihre Freundschaft+ auftauchte. Er trank dann auch noch ein Bierchen und danach verabschiedeten sich die beiden. Das war für Jenny und Markus auch das Zeichen zum Aufbruch und so blieb am Ende meines ‚Ehrentages‘ nur meine Avocadotruppe übrig. Wir machten es uns in meinem chaotischen Zimmer gemütlich und ich packte meine Geschenke aus 🙂

…und nun, am Tag danach, fühle ich mich wie ein undankbares Miststück und es geht mir total elend. Nicht wegen den Geschenken (also Sekt hab ich jetzt erstmal mehr als genug und an Ausmalunterlagen mangelt es mir auch nicht ^^) sondern weil ich super tolle Freunde gefunden habe die ich wirklich sehr liebe….aber die es mir als einziges Single in der Truppe manchmal schon schwierig machen. Es sind Kleinigkeiten wie eine Umarmung, ein Kuss auf die Wange, den Kopf an die Schulter des anderen lehnen oder ihm über den Rücken streicheln….all diese Gesten machen mir schmerzlich bewusst, was mir im Leben fehlt und wonach ich mich so sehr sehne. Und anstatt dankbar zu sein für diese tollen Menschen, die ich gefunden habe und mit denen ich in den letzten Wochen und Monaten so viel Spaß hatte, die mir die Unizeit um so vieles schöner gemacht haben und die immer für mich da waren, bin ich am Boden zerstört weil ich nicht so sein möchte, wie ich nunmal bin.

Weil es so toll sein könnte, wenn wir im Sommer zu Sechst wegfahren könnten und es kein fünftes Rad am Wagen gäbe sondern jeder jemanden hätte – doch scheinbar bin ich genau zu dieser Rolle verflucht.

Ich will mich nicht ständig in ein Mädel vergucken, was nen Freund hat oder einfach aus offensichtlichen Gründen nicht auf mich steht. Meine Cousinen mit ihren drei Jahren mehr auf dem Rücken haben ihr komplettes Leben beisammen, beide verheiratet und führen dieses typische klischeehafte Leben mit Haus/Auto/gute Jobs/bald Kinder bzw nen Hund, was ich vielleicht niemals haben werde. Nun bin ich schon 22, hatte noch nie eine Beziehung, weigere mich immer noch gegen Onlineportale und habe die Hoffnung aufgegeben, jemanden einfach so durch Zufall zu finden. Ich möchte so einfach nicht sein, ich will ein normales Leben führen wie meine Cousinen auch…doch scheinbar ist mir das nicht gegönnt. :/

(Anmerkung: Ich möchte damit nicht sagen, dass Gleichgeschlechtliche Beziehungen keine ’normale‘ Beziehung führen können wie all die Heteros auch – sondern einfach nur zum Ausdruck bringen, dass ich mich bisher immer nur in die falschen verliebt habe und ich nun wirklich die Schnauze voll habe. Bei mir ist es nicht so, dass ich ausgehe, jemand Interessantes kennen lerne und dann redet man, gibt sich nen Cocktail aus, tauscht Nummern und verabredet sich nochmal…so läuft das vielleicht im Film oder bei Heteros, aber nicht in meinem Leben)

Der nächste Morgen nach meinem Geburtstag…gegessen habe ich nicht viel außer drei Löffel richtig maßtigem Schokokuchen, mir ist übel, ich fühle mich einsam – bin ganz alleine am Campus und ich würde sehr gerne woanders sein…aber auch nicht Zuhause. Da war letzte Woche so viel los mit der Küche, dass ich auch dort nur geflüchtet bin. Ich hätte die Wahl gehabt, heute morgen Heim zu fahren und dann heute mit meinen Cousinen zu einer Weinprobe zu gehen, doch ich sollte mit meinem empfindlichen Magen momentan kein Alkohol trinken und hatte auch keine Lust auf Weinprobe. Nun sitze ich also hier, es ist Sonntag Mittag und die nächste und einzige Vorlesung für diese Woche ist am Mittwoch. Recht viel für die Uni zu erledigen gibt es nicht und Motivation habe ich auch keine, doch ich habe mir das so ausgesucht, wollte lieber hier bleiben als Zuhause etwas mit meinen Cousinen zu unternehmen oder arbeiten zu gehen, also muss ich das nun durchstehen und versuchen, irgendetwas sinnvolles aus den nächsten drei Tagen zu machen.

Was mich immer noch sehr beschäftigt und heute morgen wieder in einer großen Welle erwischt hat ist die Tatsache, dass ich eigentlich ein Zwilling hätte werden sollen. Und dieses Gefühl lässt mich manchmal nicht los, dass ich eigentlich nicht alleine sein sollte sondern dass da noch jemand fehlt, der eigentlich hätte da sein sollen. (In diesem Bezug rede ich jetzt nicht von einer Partnerschaft, sondern einer anderen Art von Beziehung) Ich weiß, dass niemand was dafür kann, dass aus dem anderen Wesen nichts geworden ist und ich letzten Endes als Einzelkind zur Welt kam, doch ich fühle mich nicht als Einzelkind (und wenn es nach meiner Mutter geht, verhalte ich mich auch nicht so sondern man merkt, dass ich eigentlich ein Geschwisterkind sein sollte…vielleicht ist da was dran, ich bin jedenfalls nicht so egoistisch wie alle Einzelkinder die ich kenne, will das aber auch nicht verallgemeinern) und hätte nur zu gerne einen Zwilling gehabt…aber das sind alles Dinge, an denen ich nichts ändern kann. Genau wie an meiner Sexualität, der Tatsache, dass ich keinen Bachelorthesisplatz finde und meine gesamte Zukunft noch in den Sternen steht…

Es nutzt nichts, sich zu viele Gedanken über all die Dinge zu machen, die ich nicht ändern kann. Doch manchmal kann ich es nicht verhindern und alles prasselt trotzdem auf mich ein und scheint mich zu erdrücken…

Und nun, die ersten Tage meines 22igsten Lebensjahres, muss ich erneut lernen, mit all dem umzugehen und das Beste aus meiner Situation zu machen.

 

“…und manchmal klappt es nicht…

…alles perfekt, nur die Landung nicht.“

Der Anfang dieses Satzes “Manchmal läufts“ habe ich ziemlich sicher vor ein paar Wochen als treffende Überschrift gewählt, als es endlich wieder bergauf ging. Aber das Leben ist ja bekanntlich eine einzige Berg- und Talfahrt und somit ging es die letzten Tage wieder bergab.

Das komplette Wochenende bin ich von Zuhause geflüchtet, entweder zur Omi oder auf die Arbeit, da die Handwerker mich bereits um sieben Uhr morgens unsanft aus dem Schlaf rissen. Somit war ich durchweg grummelig am Wochenende, die Arbeit machte dies auch nicht besser und die einzigen Stunden, in denen ich meinen Frieden hatte, war im Garten meiner Omi. Welch ein Segen, wenigstens noch einen Rückziehort zu haben, an den ich flüchten kann.

Die Praktikumsbestätigung kam endlich per Post und mit ihr auch jede Menge Informationsunterlagen und der Arbeitsvertrag….dotiert auf Anfang Oktober bis Ende November. Eigentlich waren vier Monate abgesprochen und ich benötige mindestens  Zwölf Wochen, um mir das Praktikum als praktische Studienphase anrechnen zu lassen. Wenn es wirklich bei den zwei Monaten bleiben würde, hätte ich ein verlängertes Fachpraktikum, aber davon abgesehen wäre der einzige Nutzen die 60 Liter Freibier und das es ganz hübsch auf dem Lebenslauf aussieht. Ich beschloss, noch einmal nachzuhören, ob eine Verlängerung um einen Monat irgendwie möglich sei. Doch Montags war die betreffende Person nicht im Haus, Dienstags wurde ich an eine andere Person weitergereicht, die ebenfalls an diesem Tag nicht im Haus ist und Mittwochs war mein Empfang so schlecht, dass ich nach mehreren Versuchen genervt eine E-Mail schrieb, auf die ich bisjetzt noch keine entgültige Antwort bekommen habe. Ich bin mal gespannt, ob das noch was wird oder ob ich mir nun doch noch etwas anderes suchen muss…

Dazu kommt noch, dass meine geliebte Knutschkugel am Wochenende nicht über den Tüv kam. Eigentlich war es schon zu erwarten, dass Papa die Bremsen erneuern muss, bevor ich die neue plakette bekomme, doch zusätzlich wurde auch noch festgestellt, dass sich das linke Vorderrad nicht von selbst dreht, da die Bremse wohl draufdrückt. Na super, aber es nutzt ja nichts, ich musste trotzdem irgendwie zum Campus und so sind Hinkerädchen und ich ganz gemütlich über die Autobahn getuckert, wie sonst auch…und nun, drei Tage später, stelle ich fest, dass unter dem Auto eine kleine Pfütze ist und Kühlwasser ausläuft. Ein schlechteres Timing dafür hätte es kaum geben können, schließlich will ich am Samstag meine Veganer einladen zum Alpaka wandern und irgendwie müssen wir ja dahin kommen.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich die Grillhütte am Campus mieten wollte, um dort meinen Geburtstag zu feiern ? Und wie das liebe Karma es so wollte ist das Ding zwei Tage, nachdem ich diese Entscheidung getroffen hatte, komplett abgefackelt und es blieb nichts übrig außer den fünf tragenden Stützpfosten. Es lohnt sich aber auch nicht, eine teure Hütte in der Nähe zu mieten, weil wir nur 15 Leute sind und keiner von uns ist ortskundig. Dann grillen wir halt auf dem offenen Platz hinter meinem Wohnheim. Es soll zwar abends schütten und oft ist der Platz auch belegt aber yolo, die komplette Planung ist eh ein einziges Chaos. ^^

Das einzig gute in dieser Woche war der Geburtstag von Dome. Es gab massenweise vegane Dips mit Grillbrot, einer leckerer als der andere. Dazu tranken wir dann Wein (ich vielleicht ein bisschen mehr als mir gut tat) und saßen gemütlich zusammen. Die Stimmung war klasse, wir hatten eine Menge Spaß und lachten viel. Irgendwann abseits von Mitternacht beschloss Michi, ihren Selfie Stick aus der Wohnung zu holen. Dort mussten wir erstmal eine riesen Spinne killen und als wir dann als tapfere Helden wiederkehrten (auf dem Rückweg fand ich noch einen Rauchmelder und sagte zu Dome, der könne sogar Happy Birthday spielen….keine gute Idee, um vier Uhr nachts in einem Wohnheim mit Pappwänden auf den Testknopf des Rauchmelders zu drücken – sorry an alle ^^), schossen wir jede Menge lustiger Selfies. Es war ein wunderschöner Abend und meine Veganer sind einfach die Besten ❤

Drei Stunden später, morgens um Sieben, ging es mir leider nicht mehr so gut. Nach einer sehr kurzen Nacht (zusammen mit Riesenplüschkugel Frank) kam ich auf die glorreiche Idee, meinen Brand mit einem halben Liter Osaft zu stillen…und ab diesem Moment ging es steil bergab….

Die erste Mahlzeit hatte ich dann um Zwei und es handelte sich dabei um eine Packung Chicken Nuggets – genau das Richtige für den sensiblen Magen. Doch danach ging es mir besser als nach dem trockenen Stück Brötchen um Vier bei Dome und Jasmin. Eigentlich sollten wir den Berg an Kuchen ein bisschen verkleinern doch dazu konnte ich micht nicht aufraffen…ich hatte am Morgen schon genug Rhabarber gesehen, unfreiwillig.

Den Nachmittag verbrachten wir dann draußen im Schatten, wo ich erst alle beim Portale von Moltar um Längen schlug und dann auf der Decke lag und vor mich hingrübelte. Eine Freundin der Familie hat letzte Woche die Diagnose Krebs bekommen und natürlich gibt das einem zu denken, wenn man plötzlich mit so einer gefährlichen Krankheit bombardiert wird, obwohl vor ein paar Wochen noch alles in Ordnung war und man keine Ahnung hatte, was da im eigenen Körper schlummert. Das macht schon Angst…und zeigt, wie unberechenbar das Leben ist. Von einem Moment auf den anderen kann man einfach tot umfallen und das wars dann. Es wird mir immer wieder schlagartig bewusst, wie schnell alles vorbei sein kann und dann bleiben da noch so viele Sachen, die ich noch erleben möchte…und ich schiebe alles vor mich hin, denn ich habe ja noch Zeit. Bestes Beispiel ist der Kurztrip nach London, den ich eigentlich letztes Jahr schon unternehmen wollte…und im der Vorlesungsfreien Zeit im März…und vor oder über meinen Geburtstag. Was mich am meisten zurück hält ist die Tatsache, dass ich diese Reise (und all die Anderen, die ich noch geplant habe) dann alleine antreten müsste und darauf habe ich keine Lust. Doch ich kann auch nicht mein ganzes Leben auf eine Person warten, der ich vielleicht nie begnen werde. Vielleicht werde ich immer ‚alleine‘ bleiben, doch trotzdem muss ich mein Leben leben und Sachen einfach machen, wenn ich Lust drauf habe. Egal, ob dann noch jemand mitkommt oder ich alleine bin….und wie man ja in Island gesehen hat – so wirklich alleine ist man nie und irgendwas ergibt sich immer. Man muss nur den Mut finden und den ersten Schritt gehen, bevor es zu spät ist….

Sich selbst nicht zu akzeptieren

Ich dachte eigentlich immer, ich sei ein sehr offener und toleranter Mensch. Seit ein paar Jahren schon schaue ich jedes Video von Rose and Rosie und beneide die beiden um ihre wundervolle Beziehung, die sie vor der Kamera zeigen. Auch andere LGBT Youtuber interessieren mich, mein Tumblr Blog sprüht nur so vor Regenbogen…und trotzdem habe ich Probleme damit, mich selbst zu akzeptieren. Bei Anderen finde ich es voll in Ordnung, dass sie lieben wen sie nunmal lieben und ich würde niemals etwas negatives darüber sagen, solange die Betreffenden glücklich sind…bei mir selbst sieht das jedoch ganz anders aus und ich frage mich, warum das so ist. Ich hatte mir mein eigenes Leben anders vorgestellt…normaler irgendwie. Weniger kompliziert. Nach dem Leitbild meiner zwei Cousinen, welche aus meiner Sicht alles erreicht haben und genau so wäre ich auch gern geworden. Aber das wäre wohl auch zu schön gewesen.

Gestern hat meine zweite Cousine geheiratet und abends waren wir alle auf dem Polterabend und haben Geschirr geschmissen, um dem jungen Ehepaar Glück zu wünschen – oder einfach nur eine riesige Schweinerei zu hinterlassen, welche die beiden mühsam versuchten wegzukehren. Die meisten Freunde meiner Cousinen kannte ich, schließlich hatten wir schon ein paar Abende miteinander verbracht und mit vielen der Mädels war ich am Wochenende wandern gewesen mit anschließendem grillen und campen. So stand ich also – umringt von Pärchen – an einem kleinen Tisch und hörte zu, wie die anderen über gemeinsame Urlaube quatschten (immer ein wunder Punkt bei mir) oder den Partner ein bisschen neckten….und ich fühlte mich total unwohl und schrecklich allein. Wie gerne hätte ich auch so eine normale Beziehung und könnte bei den anderen mit gemeinsamen Plänen angeben.

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Am Mittwoch Abend war unsere Avocado-Abend Truppe recht lange draußen Kub spielen,dann habe ich noch mit Dome und Jasmin noch Star Wars geguckt und uns schließlich bis drei Uhr nachts unterhalten. Neben dem Hauptthema (wie schlecht diese Welt doch ist und dass wir Privilegierten von dem Leid anderer leben) schnitt Dome auch die Themen Rassismus und Homos an und meinte, dass es doch jedem frei stehe, zu lieben wen er mag und dass sich keiner dort einzumischen habe. Das hat mich sehr erleichtert, denn theoretisch weiß ich nun, dass er mich auf jeden Fall akzeptieren würde und auch sonst habe ich keine Angst davor, mich zu outen und dann auf Ablehnung zu stoßen. Ich bin mir sicher, meine Familie würde mich trotzdem lieben und das ist mir das Wichtigste.

Aber kann ich mich jemals so lieben wie ich bin ? Ich schaue so oft meine Cousine an mit ihrem 2 Meter Mann, der zwar manchmal etwas ruppig ist und sie oft genug ärgert, auf den sie sich aber immer verlassen kann und der alles für uns macht. Ob es nun ums abholen mitten in der Nacht von einem Club geht, ums Zelt aufbauen fürs campen oder ob wir zusammen nach Holland fahren. Auf ihn ist Verlass und die beiden sind in meinen Augen ein wirklich tolles Team. Ich gebs offen zu, genau so etwas möchte ich auch ! Ein riesiges Haus renoviert mit einem großen Garten, einem Hund, zwei Autos, beide feste Jobs….habe ich erwähnt, dass meine Cousine nur drei Jahre älter ist als ich ? Und bei der anderen Cousine, die gestern geheiratet hat, sieht es ungefähr genauso aus. Haus, Autos, feste Jobs, Weingut…bald kommen die Kiddies und alles ist perfekt.  Und was habe ich bisjetzt erreicht ? Mich hoffnungslos in meine beste Freundin verknallt, mich dann nicht getraut es ihr zu sagen sondern versucht den Kontakt abzubrechen und seitdem trauere ich ihr hinterher. Applaus dafür !

Das Einzige, was ich schaffe, ist es mich immer wieder selbst zu enttäuschen, indem ich ein Auge auf neue Bekanntschaften werfe, die mir dann im dritten Satz eine Story über ihren Freund erzählen. Wirklich toll, wie mir das Schicksal immer wieder aufs neue eine schallende Ohrfeige verpasst…diese Leben macht keinen Spaß und ich habe die Schnauze voll.

Eine gute Freundin an der Uni hat ein Selbstbewusstsein bis zum Himmel und glaubt, jeder Kerl muss sie scharf finden und sie könnte natürlich Jeden haben den sie möchte, während ich einfach nur froh wäre, ich würde mal irgendeinem Mädel gefallen und nicht nur irgendwelchen männlichen Pappnasen, die nicht verstehen, dass ich nur an einer Freundschaft mit ihnen interessiert bin und mehr nicht. Ich fühle halt nicht mehr und das kann ich nicht ändern…und an einer reinen Kumpel Beziehung ist heutzutage wohl keiner mehr interessiert – außer Dome. Ein Glück, dass ich ihn kennen gelernt habe, denn er ist wirklich ein Unikat 🙂

Ich sehne mich nach diesem beständigen Leben, welches meine Cousinen führen. Momentan habe ich das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren und keinen Halt mehr zu finden. In drei Monaten läuft der Mietvertrag für diese kleine Bude aus, die ich die letzten drei Jahren fast schon mein zweites Zuhause genannt habe. Dann startet das neue Kapitel namens Praxisphase…ich wohne wieder isoliert im Haus meiner Eltern und darf jeden Tag die 50 km pendeln. Meine Veganer, die einzigen die von meinem ständig wechselnden Freundeskreis noch übrig geblieben sind, sehe ich dann höchstens mal am Wochenende…und nichtmal mehr kellnern kann ich in diesem Zeitraum gehen, weil ich für das Praktikum wohl auch auf Minijob Basis bezahlt werde.

Naja, es muss ja weitergehen. Zumindest im Studium ist langsam ein Ende in Sicht und der Bachelor scheint greifbar. Doch privat ? Habe ich momentan die Schnauze voll von den meisten sozialen Kontakten und es gibt nur noch eine Hand voll Leute, mit denen ich es aushalte…obwohl ich Phasen habe, in denen ich mich extrem einsam fühle…doch diese Leere können meine liebsten Veganer leider nicht füllen. Momentan kann das keiner 😦

Dem Ende so nah…

Vor ein paar Tagen noch habe ich darüber geschrieben, dass Jenny bald umzieht und dass dieses Ereignis das Ende einer Ära sei (die im Grunde schon lange vorbei ist), doch nun sitze ich heulend im Computerraum und es fühlt sich wirklich alles wie das Ende an, denn vor wenigen Minuten habe ich die Kündigung meiner kleinen Bude am Campus unterschrieben und nun ist an lernen nicht mehr zu denken.

Heute Morgen bekam ich in aller Frühe den Anruf mit der Bestätigung für meine praktische Studienphase. Auch wenn es keine Kapazität für eine Bachelorarbeit im Anschluss gäbe, so könnte ich wenigstens das Praktikum dort absolvieren und dieses Angebot habe ich ohne Zögern angenommen. Irgendwie werde ich schon einen Thesisplatz finden, auch wenn es am Ende dann am Campus sein wird. Eigentlich wäre das sogar toll, dann könnte ich nach vier Monaten in der Heimat wieder mehr Zeit mit meinen Veganern verbringen und vielleicht könnte ich auch dort auf der Couch schlafen.

Nach der Vorlesung bin ich dann sofort zur Vermietung der Wohnheime und habe kurz entschlossen den Kündigungsvertrag für meine Wohnung unterschrieben, denn diese benötige ich nun nicht mehr nach den letzten drei Klausuren im Juli und allgemein habe ich dieses Semester kaum noch Vorlesungen. Die ganze Wohnungssituation war schon lange ein Heck meck, denn ich habe mich nie umgemeldet, da ich diese Abstellkammer nicht als Erstwohnsitz anerkannt habe und nicht wusste, dass man einen Zweitwohnsitz auch anmelden muss. War auch kein Problem und wäre nie herausgekommen…bis zur Einführung der Zweitwohnsitzsteuer Ende letzten Jahres und einer Mahnung vor ein paar Tagen. Nun muss ich wohl doch in den letzten Monaten noch meinen Zweitwohnsitz anmelden und die Gebühren nachzahlen. Drei Monate Kündigungsfrist muss ich einhalten und ab dem 31.8 ist die Wohnung dann offiziell nicht mehr mir….und ab da ging alles bergab. Mir wurde bewusst, dass in ein paar Monaten alles vorbei sein wird und das es nun einen festen Termin gibt, an dem meine Campuszeit vorrüber ist. Und so sehr ich diese kleine Abstellkammer auch die meiste Zeit gehasst habe…ich werde sie vermissen, denn schließlich war es drei Jahre lang mein Zuhause und ich habe dort sehr viel erlebt.

Und noch viel entscheidender…in drei Monaten ist es dann auch vorbei mit ‚Jede Woche Avocado Abend und Spiele spielen‘, im Schlafanzug eine Etage nach unten gehen um gemeinsam einen Film zu schauen und Pizza zu bestellen oder einfach mal kurz zum Beet und dabei noch bekannte Gesichter treffen. Kein Picknick mehr draußen auf der Wiese, kein Kubspielen, keine Campusspaziergänge….natürlich kann ich noch ab und zu am Wochenende vorbeikommen und meine liebsten Veganer besuchen, aber es wird nie mehr so werden wie jetzt, diese Zeit ist dann einfach vorbei. Und auch wenn ich die kleine Truppe anfangs eher als lockere Bekanntschaft gesehen hab…Dome und Jasmin waren in den letzten drei Jahren die einzige Konstante in meinem Unileben. Sie waren diejenigen, zu denen ich immer kommen konnte wenn ich mich ausgeschlossen hatte oder mich einsam fühlte. Die beiden sind mir so ans Herz gewachsen in dieser Zeit, das hätte ich nie für möglich gehalten. Und wer weiß, ob wir nach der Uni wirklich noch viel in Kontakt bleiben werden.

Ich bin ein Gewohnheitstier und auch wenn ich weiß, dass ich die praktische Studienphase machen muss und das Ziel dieser ganzen Quälerei die Bachelorthesis ist…es geht alles so verdammt schnell und ich fühle mich überrumpelt. Es muss auch keiner verstehen, ich selber tue es ja auch nicht. Ich wollte nie wirklich hier sein, habe mich die meiste Zeit nicht wohl gefühlt in meiner Wohnung…doch weg möchte ich jetzt auch nicht mehr. Es könnte noch eine Zeit lang so weitergehen mit den Spieleabenden, den Partys am Wochenende, dazu noch wenig Vorlesungen und viel streamen…so langsam finde ich Gefallen an diesem Klischeebehafteten Studentenleben.

May the 4th be with you

So langsam könnte ich mich an die Wochenenden am Campus gewöhnen. Am Samstag hat Maria mich mit zu ihren Freunden genommen und wir hatten einen sehr lustigen Abend. Bereits nach dem Vorglühen war ich gut dabei, was mir später im Club zugute kam, denn die Musik war so schlecht, dass man nur unter reichlichem Alkoholeinfluss dazu tanzen konnte – und selbst dann noch weigerte sich mein Körper, den Macarena Tanz nachzumachen. Irgendwo hat jeder seine Grenze und wie alt bin ich denn bitte ?!

Irgendwann nach Vier kamen wir dann wieder in der Wohnung an, die Plätze im Gästebett und der Luftmatratze wurden vergeben (Menschen ab 30 haben ihr Leben so schön zusammen, da könnte ich wirklich neidisch werden), das knutschende Pärchen, welches Maria und ich auf dem Rückweg hinter uns hergeschleift hatten, wurde alleine ins Wohnzimmer auf die Couch verbannt und ich kuschelte mich in den Schlafsack von Ana, den ich mitgenommen hatte, da er seit über einem Jahr in meinem Zimmer liegt und sie ihn offensichtlich eh vergessen hat.

Zwischen uns ist es immer noch nicht ‚besser‘ geworden – wenn man davon überhaupt sprechen kann. Ich spiele dieses alberne “Ich schreib dich jetzt auch nicht an weil du dich nie meldest oder wenn dann nur weil du was willst“ Spiel…und ihr ist es wohl schlichtweg egal. Vom Schreiben hält sie ja ihrer Aussage zufolge eh nicht viel (obwohl sie fast immer am tippen war, wenn wir einen DVD Abend gemacht haben, aber ok…) und ich bin einfach müde, ihr hinterherzurennen. Wenn sie nicht auf mich zukommt, dann war es das halt. Ich will niemanden krampfhaft in meinem Leben halten, der nichts dazu beiträgt und sich nicht mal die Mühe macht, zu fragen wie es mir geht. Allgemein bin ich unglaublich müde geworden von allem und jedem in letzter Zeit. Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich an meinem Geburtstag gerne mit der ‚Herde‘ und meinen Veganern gegrillt hätte am Campus. Es wäre bestimmt ein schöner Abschluss geworden und ich habe es mir toll vorgestellt, mit allen zusammen zu feiern….bis ich erfahren habe, dass das Wochenende davor viel besser geeignet wäre zum grillen und anfang Juni keiner der übriggebliebenen Herde Zeit hat…und meine Veganer darf ich auch nicht nach Hause einladen, weil wir ja die Küche renovieren und deshalb Chaos sein wird bis Mitte Juni. Meine nächste Idee war dann, nach London zu fliegen und mir dort einen schönen Geburtstag zu machen…doch momentan fehlt mir selbst dazu die Kraft, mich alleine aufzuraffen. Wie es scheint finde ich es nach all den Jahren am Campus und den zwei Monaten in Island immer noch scheiße, etwas alleine zu unternehmen, kann es aber nicht ändern. Ich würde meine Reise einfach gerne mit jemand teilen – doch entweder gehen die Leute freiwillig oder ich vergraule sie früher oder später aus meinem Leben, weil mir etwas nicht passt…

Selbes gilt auch für Bianka. Wir beide hatten mal grob geplant, in den “Sommerferien“ an einem Surfkurs teilzunehmen. Doch bisjetzt wissen wir nicht mal, ob wir wirklich gemeinsame Ferien haben werden, da ich noch nicht weiß was in ein paar Monaten sein wird, solange ich keine Zusage für die praktische Studienphase und die Bachelorthesis habe…und außerdem halte ich es wahrscheinlich eh keine Woche mit ihr aus, da sie sich für die Geilste überhaupt hält und glaubt, jeder Kerl würde auf sie stehen. Wenn es sich Einer erlaubt, ihr doch einen Korb zu geben ist sie tötlich beleidigt und eingeschnappt – aber eine Beziehung will sie laut eigener Aussage eh nicht haben. Verstehe das alles wer will, ich bin raus….

….

Ok, irgendwie bin ich jetzt komplett abgedriftet. Manchmal tut es gut, seine Gedanken aufzuschreiben und seiner Wut Luft zu machen, auch wenn man manches von dem was man denkt niemals laut aussprechen würde.

Aber eigentlich wollte ich von dem unterhaltsamen Abend mit neuen Bekanntschaften berichten, gefolgt von ein paar Stunden, die ich in Anas Schlafsack vor mich hingedöst habe und dem leckeren Frühstück am nächsten Tag. So viele leckere Sachen standen bei mir seit Wochen nicht morgens auf dem Tisch und obwohl ich keine Morgenperson bin (Naja, zugegebenermaßen war es nach Zehn, aber trotzdem…)  hatte ich Spaß daran, mit den anderen über die lustigen Ereignisse des Abends zu reden, während ich meine Brötchen mampfte und meinen Elektrolythaushalt wieder in Schwung brachte. Als wir dann wieder Richtung Campus fuhren ging es mir gut. Ich hatte viel gelacht mit den anderen und mich über Tinder lustig gemacht, der Kater hielt sich in Grenzen – und trotzdem war ich froh, in meiner Bude zu sein und für die nächsten Stunden das Handy zu ignorieren und halb schlafend Gossip Girl zu schauen. In den letzten Wochen habe ich mich wieder zu sehr daran gewöhnt, viel Zeit vor dem Laptop zu verbringen und finde das gar nicht schlecht. Es ist zumindest besser, als ständig Menschen hinterherzurennen, die es nicht wertzuschätzen wissen. Da verbringe ich lieber ein paar Stunden pro Woche mit meinen liebsten Veganern und genieße die restliche Zeit für mich…und was ich nun mal am Liebsten mache ist streamen ^^

Aber natürlich kam ich nicht dazu, mich den ganzen Tag in meiner Wohnung zu verkriechen, denn Dome sah mich am Fenster mit meiner Omi telefonieren und rief ein paar Stunden später an, ob ich Lust hätte, Pizza zu bestellen und Star Wars zu schauen. Bereits mit dem ersten Satz hatte er mich überzeugt und so schlich ich in Schlafanzug und Kuschelsocken eine Etage nach unten, wo wir einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher verbrachten. Zugegebenermaßen überrumpelte mich zwischendurch die Müdigkeit und so sind mir kurz vor Darth Vaders Tod leider die Augen zugefallen – passend mit dem Abspann wurde ich dann aber wieder wach und so fingen wir auch noch die neue Triologie an , welche wir heute Abend fortsetzen werden. So einen leichten Umgang wie mit den beiden hatte ich noch nie und es ist herlich angenehm…auch wenn man sich trotzdem manchmal einsam fühlt als drittes Rad am Wagen. Aber die beiden sind tolle Personen und passen auch klasse zusammen. Wir haben erst vor kurzem über den Zufall geredet, dass die beiden Zusammengezogen sind und sich ineinander verliebt haben. Ihre Geschichte ist das beste Beispiel dafür, dass alles zu seiner Zeit geschieht und aus einem bestimmten Grund – darauf sollte ich mich wohl verlassen, anstatt mich krampfhaft an die falschen Menschen zu klammern…

Das frühzeitige Ende einer Ära

Die letzten Tage waren eigentlich recht unspektakulär. Mittwoch Abend war ich bei Maria und wir haben endlich die Flasche neongrünen Waldmeisterschnaps geöffnet, um auf unsere ganzen bestandenen Klausuren und die damit verbundenen kleinen grünen Kästchen im QIS anzustoßen. Um den Magen vorher zu füllen hatte sie eine leckere Salsasauce gekocht und so aßen wir selbstbelegte Wraps gemütlich vor dem Fernsehn und schauten die sat2 Backsendung, während wir an unseren Miniaturhumpen nippten. Donnerstag fuhr ich dann nach Hause, da ich abends bereits arbeiten musste. Und so wurde das komplette Wochenende eine Mischung aus Fluidmechanik rechnen und arbeiten gehen. Aber da ich die meiste Zeit hinter der Theke stand und sonntags mit Julie und Sarah auch noch sehr gute Gesellschaft hatte, machte zumindest an diesem Tag die Arbeit Spaß. Außerdem war so tolles Wetter, dass meine Eltern entschieden haben, sonntags schon zu grillen und nicht wie vorher geplant montags zu meinen Cousinen auf die Hütte zu fahren, um dort den ersten Mai zu feiern. Somit gab es sonntags ein feierliches Menü aus Grillkäse, Putensteaks, Würstchen, Tomatensalat, Nudelsalat und Grillkartoffeln und montags wanderten wir alleine eine Traumschleife in der Region. Das Wetter hatte sich rapide verschlechtert, aber wir waren ja gut ausgestattet mit Wanderschuhen und Regenjacken, somit machten uns die Kälte und die (zum Glück nur vereinzelten) Regenschauern nichts aus. Obwohl wir an einer Stelle den richtigen Weg nicht mehr finden konnten, kamen wir am Ende wieder heil am Auto an, machten zwischendurch nette Bekanntschaften mit anderen Wanderern, die ebenfalls die Beschilderung verloren hatten und trafen unterwegs eine nette Wandergrupppe, welcher wir auch ein Stück den Weg zurück folgten, um herauszufinden, wo wir falsch gegangen waren. Am Ende fanden wir heraus, dass ein Pfeil in die falsche Richtung gedreht worden war und nachdem wir dies behoben hatten konnten wir guten Gewissens den Weg nach Hause antreten.

Dienstag Mittag fuhr ich dann zum Campus, wo der halbe Block meiner einzigen Vorlesung für diesen Tag ausfiel und rechnete noch ein paar Aufgaben bis zum Avocado Abend. Die Klausur gestern war auf den ersten Blick total einfach und ich freute mich schon über eine richtig gute Note…bis mir jemand sagte, dass bei der einen Aufgabe, die 1/3 aller Punkte gab, die Fließrichtung genau in die andere Richtung ging als in der Übungsaufgabe. Ich hatte dies in den letzten Minuten auch bemerkt, doch irgendwie hatte das für mich keinen Sinn ergeben und so hatte ich nichts abgeändert…zu früh gefreut mit der guten Note :/

Danach wurde dann erstmal gut gekocht und den Rest des Abends vorm Laptop ausklingen gelassen bei ein paar Folgen Gossip Girl.

…also eigentlich gab es bisjetzt nichts außergewöhnliches oder spannendes zu erzählen.

Abgesehen davon, dass Jenny mir gestern erzählt hat, sie würde am Montag umziehen….

Ich war ausnahmsweise sehr früh im Vorlesungssaal und da sie eine der Einzigen im Raum war,  setzte ich mich einfach neben sie und wir plauderten ein bisschen. Als die Vorlesung dann angefangen hatte und es um einen Nachholtermin für die krankheitsbedingt ausgefallenen letzten Unterrichtsstunden ging, erfuhr ich nebenbei, dass sie nun ein Einzelappartment in einem anderen Gebäude hat und ab Montag nicht mehr bei mir auf dem Flur wohnen wird. Eigentlich hätte mich das freuen sollen, schließlich habe ich mir bei jedem Lachen oder Weinen auf dem Flur eingebildet, es sei Jenny und die Ohren gespitzt. Bevor ich die Bude verließ oder wenn ich wieder kam habe ich eine Sekunde innegehalten und gelauscht, ob sie vielleicht wieder in der Küche “In deiner kleinen Welt“ singt. Irgendwann wird man Paranoid, wenn man ständig so lebt, doch ich konnte mir nicht helfen. Ich erinnere mich daran, als ich sie und Lisa in ihrer Küche über mich lästern hörte, weil ihre Tür so dünn ist und alles durch den Flur hallte. So nahe aneinander zu wohnen war am Ende eher Fluch als Segen…auch wenn alles so toll angefangen hat. Morgens bin ich im Schlafanzug zu ihr, wir haben zusammen gegessen, sind zur Uni gegangen, haben abends noch einen Film geguckt und dann konnte ich ganz gemütlich im Schlafanzug und auf Socken in meine Bude drei Türen weiter gehen. Ich verbinde eigentlich nur schöne Momente mit ihrem Zimmer, meist DVD Abende, die wir eingekuschelt auf ihrem Bett verbrachten und mit reichlich Essen…und obwohl ich weiß, dass ich froh über ihren Auszug sein sollte weil unsere Zeit lange vorbei ist und es nie mehr so werden wird wie früher…ich bin es nicht. Ich freue mich über die kleinen Momente, wenn wir uns am Ende des Semesters noch eine Stunde lang auf dem Flur unterhalten haben oder uns vor dem Eingang trafen und dann noch eine Runde um den Campus spazieren gingen. Diese zufälligen Treffen waren immer schön und trotz dem ganzen Mist in der Vergangenheit konnten wir einfach miteinander reden. Eigentlich sollte ich loslassen, hoffen dass sie sich in ihrer neuen Bude wohl fühlt und ihr wünschen, dass sie mit ihrem neuen Macker glücklich wird…nur gehörte es noch nie zu meiner Stärke, vergangenes ruhen zu lassen und weiterzuleben….

Alles ist gut – solange die Sonne scheint :)

Ich habe den gesamten Sonntag draußen im Schatten verbracht, meine Lernunterlagen vor mir liegend und die Wärme genießend. Manchmal habe ich mich halb in die Sonne gedreht, ein paar Minuten die Augen geschlossen und die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut genossen – bevor ich das Gefühl bekam, jemand würde mir die Härchen am Arm abfackeln, also schnell wieder zurück in den schützenden Schatten. Sechs Stunden lag ich dort, immer wieder kamen und gingen Menschen, gelgentlich habe ich mich mit JM unterhalten oder mich zu Maria auf die Bank gesetzt, aber dafür, dass ich eigentlich sehr störempfindlich bin und nicht lernen kann, sobald irgendwo im Hintergrund jemand redet oder Musik läuft, konnte ich mich diesmal sehr gut konzentrieren und bin nun von mir selbst begeistert, wie weit ich heute gekommen bin und wie fleißig ich an diesem schönen Tag doch war.

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Nicht nur ich war fleißig, auch die ersten Radiesschen erfreuen sich nach einer Woche schon an den Sonnenstrahlen 🙂

Gestern Abend waren wir in Mainz, Bias Geburtstag feiern. An sich war es ein schöner Abend, trotz langer Zugfahren. Die Hinfahrt war noch voll ok, schließlich waren wir Drei fit und sobald das Geburtstagskindchen eingestiegen war gabs zu der guten Laune auch noch Klopfer. Auf der Rückfahrt waren wir dann alle vollgefressen von den riesen Pizzen (inklusive Honigkuchen als Nachtisch) und den großen Cocktails – zumindest hat mich ein einziger schon gut mürbe gemacht ^^

Aber es war ganz gemütlich im Keller des Restaurants, auch wenn das Hauptthema des Abends Schwimmen war und ich nicht viel zu erzählen hatte, sondern größtenteils zuhörte und vor mich hindöste (der Cocktail auf nüchternen Magen, keine gute Idee ^^). Ich hätte ja mehr über mein Hobby, das Reiten erzählt (Was ich bald wieder anfange, in zwei Wochen habe ich meine erste Reistunde seit zwei Jahren…auch wenn es nur so eine popelige Longenstunde wird), aber der Kerl mir gegenüber hat sich jedes Mal schepp gelacht über den Begriff ‚Reitbeteiligung‘ und ließ mich nicht weiterreden. Aber allgemein war mir der Abend immer noch lieber als der fragwürdige Geburtstag letzte Woche, bei dem erst Glasscherben über den Tisch flogen und in Marias Humpen landeten, dann wurden wir als “Dumme Nutten“ bezeichnet weil…ja, warum eigentlich nochmal ? Wir haben nur gefragt, ob alles ok sei bei ihm, weil er halb schlafend auf der Bank lag. Auch die anderen beiden Mädels von der Uni hingen irgendwann halb dösend auf dem Tisch – bevor dieser von den Resten meines Ciders überflutet wurde.  Damit hatte sich das (erfundene) Pferderennen Trinkspiel auch erledigt. Spannung kam erst wieder auf, als Faten in den letzten zwei Minuten bevor das Taxi kam einen Tunesier traf und komplett ausrastete. Hätten sie noch einen Platz im Taxi gehabt, hätte sie ihn wahrscheinlich in den verbleibenden Minuten noch abgeschleppt ^^

Um halb Eins fuhr das Geburtstagskind mit den anderen Richtung Campus und ich schlief bei einer Freundin von Maria auf der Luftmatratze. Ich hatte keine Lust, mich um die total betrunkenen Mitstudenten zu kümmern, die nicht mehr viel mitbekamen, und deshalb nahm ich das Angebot der Übernachtungsmöglichkeit dankend an. Mitgenommen hatte ich natürlich nichts, aber dort gab es genug Schlafsäcke, Luftmatratzen, Ersatzzahnbürsten für Besucher – nur in meiner engen Lederhose schlief es sich nicht sonderlich bequem, aber glücklicherweise fuhren wir um acht Uhr morgens bereits heim und so konnte ich den ganzen Sonntag vorm Laptop dösen und Gossip Girl schauen. Ich fange wirklich an, diese freien Wochenenenden zu genießen. Wahrscheinlich möchte ich nach dem Stress der Osterfeiertage gar nicht mehr kellnern gehen sondern lieber am Campus lernen, mit meinen Veganern spielen, draußen Gemüsespieße und Maiskolben grillen und DVD Abende veranstalten oder die restlichen drei Staffeln Gossip Girl streamen.

Die letzten zwei Wochen waren rückblickend betrachtet wirklich gut und Dank des guten Wetters geht es mir wieder gut. Ich bin gerne draußen, spaziere mit Maria und Camille durch den Wald, letzte Woche habe ich mit meinen Veganern richtig lecker gegrillt, vorgestern hat mir Pia den Reiterhof gezeigt und ich habe eine Reitstunde vereinbart, heute habe ich auch den ganzen Tag draußen gechillt und gelernt…die Sonne macht eine Menge aus. Klar, kleine Tiefpunkte hat jeder mal und so habe ich Mel am Anfang der Woche angeschrieben, weil ich es einfach nicht so ganz verstehen konnte, warum einem Menschen, die vor kurzem noch eine wichtige Rolle im Leben gespielt haben, plötzlich egal werden, nur weil sie eine Zeit lang abwesend waren und man lernte, ohne sie auszukommen, und andere Menschen vermisst man über Jahre hinweg, obwohl man sich nicht mehr sieht oder nicht mehr richtig miteinander redet. Aber diese Phasen kommen und gehen, sind einfach Teil meines Lebens und ich muss es akzeptieren, dass ich manchmal einfach nicht Herr meiner Gedanken und Gefühle bin. Trotzdem blicke ich nach vorne, hatte vor ein paar Tagen den Termin zum Bewerbungsfotos knipsen und hoffe, anfang nächster Woche einen Rückruf von einer Mitarbeiterin der Brauerei zu erhalten (eine Tochter einer Freundin meiner Oma ^^). Wenn das klappt hätte ich ab September oder Oktober einen Bachelorthesis Platz, traumhaft. *.*

Die Gartensaison ist eröffnet

Gestern hatte ich endlich meine erste mündliche Prüfung, vor der ich mich so lange gefürchtet hatte. Anfangs war ich super nervös, konnte den kleinen Klebezettel mit meiner gezogenen Guideline nicht auseinanderfalten und wartete gespannt auf die ersten Fragen – nur um leicht schockiert festzustellen, dass die ersten Fragen alle über Dissolution Tests waren und das Thema nicht Bestandteil des Skriptes war sondern die gefragten Wertebereiche aus dem Praktikum noch hätten im Kopf sein müssen. Somit war der Start alles andere als Perfekt, ich wurde immer nervöser bei seinen Fragen und gab irgendwann komplett auf. Keine Glanzleistung ! Eine Frage beantwortete ich dann aus typischer “Schockstarre“ nicht, weil ich dachte es wäre besser nichts zu sagen als meine viel zu leicht gedachte Vermutung – die sogar richtig gewesen wäre. -.-‚

Aber als ich dann über die Guideline erzählen konnte machte ich noch ein paar Pluspunkte und am Ende kam ich dann auf eine souveräne 3.0. Eigentlich sollte ich zufrieden sein, die Mündliche bestanden zu haben – aber ich konnte das komplette Skript auswendig, wusste alles zu GMP, GLP und allen Guidelines…und dann bekomme ich solche Scheiß Fragen die auch nichts mit den Vorlesungsunterlagen gemeinsam hatten und das ärgerte mich natürlich. Ich hätte sehr gerne noch eine Zwei gehabt, auch wenn es nur eine 2.7 gewesen wäre. Aber ok, ich kann es nicht ändern. Wenn es mich in einem Monat immer noch wurmt und ich sonst nichts zu tun habe kann ich mich verbessern und vielleicht bekomme ich dann meine gewünschte Zwei, auch wenn ich bezweifel, dass es den ganzen Stress wert sein wird. Wobei…eine gute Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche wäre es schon und dann könnte ich weiter an meiner Schüchternheit arbeiten. Mal schauen….jetzt muss ich erst einmal anfangen, mich auf die zweite Mündliche vorzubereichen, und das ist nochmal ein ganz anderes Pensum an Unterlagen. 800 Seiten Skript, von denen ich bisjetzt erst 600 Seiten in den Ferien zusammengefasst habe und heute oder morgen sollte ich dringend weiter an der “Kurzfassung“ (wohl eher eine “Langfassung“, da ich nicht nur die meisten Seiten Skript übernehme, sondern dazu noch ihre Tips zur Prüfung, weiteren Erläuterungen und zusätzlichen Fragen aufschreibe) arbeiten, denn die zwei Wochen sind schneller vorbei als gedacht und dann kommen die Osterfeiertage, an denen ich komplett arbeiten muss und keine Zeit zum lernen haben werde. Also fange ich besser heute an, schließlich habe ich mir gestern schon für Privates gegönnt.

Nach der Prüfung bin ich zuerst zu meinem kleinen Campusbeet gegangen und habe die nächsten zwei Stunden mit Unkraut zupfen verbracht. Das dauerte mal wieder erstaunlich lang, zwischendurch schliefen mit die Füße ein und auf die Gesellschaft von E. hätte ich auch verzichten können aber gut, letzten Endes tat mir die körperliche Arbeit gut und ich wurde wieder entspannter. Mit Sorgfalt sähte ich eine neue Reihe Petersilie direkt vor die alten Pflänzchen vom letzten Jahr, zwischen denen ich das Unkraut zuvor beseitigt hatte. Dann teilte ich die restliche Fläche ein und zog zwei Reihen Möhren, getrennt durch eine Reihe Radiesschen. Zwischendurch schauten dann noch Dome und Smin vorbei, hielten mich zwar ein bisschen von der Arbeit ab aber dafür planten wir einen Filmabend später am Abend und ich tauschte meine restlichen Möhrensaamen gegen ein angebrochenes Päckchen Schmitti Schnittlauch.

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Vorher: Die restliche Petersilie vom letzten Jahr ist umgeben von einer Menge Unkraut, teilweise wächst Gras oder Löwenzahn und diese blöden Kletterpflanzen schlängeln sich überall vorbei.

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Nachdem ich knapp drei Stunden lang Unkraut vernichtet und den Boden von den gröbsten Wurzeln und Steinen befreit habe. Vor dem alten Peterli ist eine neue Reihe gesät, gefolgt von einer Reihe Möhren, Radiesschen und wieder Möhren.

Der ursprüngliche Plan vom Filmabend wurde dann leicht umgeworfen, als Bia sc- hrieb, sie liege deprimiert im Bett und wisse nicht, was sie machen solle und keiner hätte Zeit. Kurzerhand lud ich sie zu mir ein und die beiden anderen hatten auch kein Problem mit einem Spieleabend, also saßen wir alle bei mir mehr oder weniger auf dem Boden, spielten Cluedo, Level 8 und Portale von Moltair. Es war ein richtig gemütlicher Abend, zwischendurch gab es noch Pizza, und wir quatschten bis zwei Uhr nachts…wobei ich irgendwann richtig müde wurde und einfach nur noch schlafen wollte.

Das einzige, was mich an dem Abend störte, war, dass ich Bia geschrieben hatte, dass ich auch manchmal so down Phasen habe wenn ich sehe, dass sich Menschen um mich herum so einfach verlieben und ich immer noch meiner besten Freundinn vor zwei jahren hinterhertrauere – was für mich nicht leicht zuzugeben war…und dann kam einfach gar keine Reaktion darauf. Und anstatt das Thema auch nur in geringster Weise anzusprechen durfte ich mir eine gefühlte Ewigkeit anhören, das ihr Auto nur noch Schrott ist, was alles nicht mehr funktioniert, wie sie es trotzdem noch gut verkauft hat und mit der Verkäuferin ihrer neuen Karre gepokert hat. Bei den ganzen tollen Funktionen ihres neuen Autos habe ich irgendwan komplett abgeschaltet, das ist mir wirklich alles Schnuppe. Ich meine, bei meinem kleinen Snoopy streikt sogar die Zentralverrieglung, die Klimaanlage wurde seit Jahren nicht benutzt und mit den 70 PS ist er auch nicht der Schnellste – aber für mich hat er einen unglaublich großen Wert und ich will ihn nicht gegen die neue Karre tauschen, die Zuhause steht, einfach weil mich Materielles überhaupt nicht interessiert. Nur leider tickt Bia da etwas anders und freut sich immer, wenn sie mit irgendwas neuem prahlen kann.

Nunja, jedem das Seine und wir haben doch alle unsere Laster.

Meine Lust auf diese doppelte Geburtstagsparty heute Abend hält sich stark in Grenzen. Ich kenne fast alle Leute flüchtig, schließlich sitzen wir alle in den gleichen Vorlesungen und man redet ab und zu mal über Prüfungen oder tauscht Altklausuren aus, aber ich kann mich einfach nicht für noch mehr Small Talk motivieren. Selbst mit meinen beiden Veganern, die ich nun schon seit drei Jahren kenne, rede ich eigentlich nie über Privates. Wir essen Avocado Creme, spielen Kartenspiele, alle machen sich darüber lustig wenn ich etwas zweideutiges sage ohne es zu merken…es ist halt eine oberflächliche Freundschaft und das ist meistens sehr angenehm, super unkompliziert und tut einfach gut…doch manchmal sehne ich mich schon ein bisschen nach diesem “Wir können uns alles erzählen und ich bin immer für dich da und höre dir zu“, was ich mir J. hatte. Ok, ihr habe ich auch nicht alles erzählt weil ich mich damals nicht getraut habe es zuzugeben. aber ich weiß, dass ich ihr alles hätte erzählen können. Bia lässt mich erst gar nicht zu Wort kommen und hat ansonsten die gleiche “Die andern können dich alle mal am Arsch lecken, du musst lernen ein Arsch zu werden und dich um dich zu kümmern“ Einstellung wie Ana, die mir manchmal weiterhilft, an anderen Tagen aber einfach zum kotzen ist denn so benehmen sich die beiden mir gegenüber auch. Ich kann so nicht sein, dafür kümmere ich mich zu viel um andere…und es wäre toll, wenn ich jemanden finden würde, der sich auch genauso um mich kümmert…irgendwann…

Mit den ersten Sonnenstrahlen….

…kommt auch das Lebensgefühl wieder. Es ist so schönes Wetter draußen, dass Maria und ich nach ein paar Stunden erfolgreichem Lernen an der Uni mit den Hunden spazieren gegangen sind. Über drei Stunden saßen wir auf Steinen in der Sonne, direkt am Bach, welcher leider noch zu hoch steht zum Überqueren, und genossen die Sonnenstrahlen auf der Haut. Die Hunde tobten im Wasser oder jagten sich gegenseitig über die Wiese, während wir quatschten und der Uni für ein paar Stunden entflohen.

Sobald ich meine mündliche Prüfung am Freitag Mittag hinter mich gebracht habe, werde ich in den Garten gehen und Unkraut zupfen. Wenn erstmal alles wieder ordentlich aussieht, werden ganz mutig die Möhren, Radiesschen und Petersilie in Reihen gesäht – und dann hoff ich einfach, dass mir ein plötzlicher Wetterumschwung keinen Strich durch die Rechnung macht und alles auf grausame Weise umbringt. Aber ich frue mich momentan einfach schon so sehr auf mein kleines Beetchen und kann es kaum erwarten, die ersten Pflänzchen wachsen zu sehen, da fällt es mir sehr schwer, noch länger zu warten 🙂

Für die Mündliche lernen klappt ganz gut mit Marias Hilfe und wenn ich ein bisschen Glück habe und den richtigen Zettel ziehe, könnte das auch ganz gut werden. Zumindest zum Bestehen sollte es auf jeden Fall reichen und das ist erstmal das primäre Ziel. Ich bin auch gut im Zeitplan, habe ja noch drei Tage zum lernen und bin motiviert, das hinzubekommen.

Ansonsten gibt es nicht so viel Neues. Die Vorlesung gestern und heute Morgen war die reinste Katastrophe. Der Prof, welcher diese Vorlesung dieses Semester übernommen hat, benutzt das alte Skript seines Vorgängers, ohne zu wissen, was auf den Folien steht. So war die heutige Stunde ein einziges “Was das nun bedeuten soll, kann ich Ihnen auch nicht sagen“, “Das erschließt sich mir nun nicht aber ok, schauen wir mal was auf der nächsten Seite kommt“ und “wüsste ich, welche Animation nun auftauchen würde, könnte ich anfangen, ihnen etwas darüber zu erzählen“. Bei dieser geballten Unwissenheit hätte ich auch Zuhause bleiben können und mir das Skript alleine angucken :/

Das gemeinsame Frühstück mit meinen Veganern am Donnerstag war sehr gemütlich und nachdem ich die Drei in den letztn Tagen ja schon immer mal wieder am Campus gesehen hatte war ich trotzdem sehr froh darüber, dass wir nun länger Zeit hatten, uns auszutauschen – und irgendwie ist alles beim Alten geblieben. Ab heute gibt es wieder unseren gewohnten Avocado Abend und es wird Canasta gespielt, wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe können wir abends mal wieder Filme gucken (schließlich habe ich die Star Wars Reihe noch nicht gesehen und nach Herr der Ringe ist das meine zweite große Bildungslücke, was Filmreihen betrifft) und in den nächsten Wochen werden wir uns noch sehr oft am Beet treffen 🙂

Von Ana kann ich leider nicht behaupten, dass alles beim Alten geblieben wäre. Momentan bin ich einfach genervt, dass sie meine Unterlagen haben möchte, sich die Ferien fast nie gemeldet hat und dann in der zweiten Uniwoche ankommt, weil sie ja noch einen Schlafplatz von Dienstag auf Mittwoch bräuchte, um nicht immer mit dem Zug fahren zu müssen und damit Geld für das Ticket ausgeben zu müssen. Sie legt sich halt alles so zurecht wie es ihr gerade passt und ich möchte sie nicht jede Woche mitbringen zu meinen Veganern. Die hätten zwar weniger ein Problem damit, sie auch noch ‚durchzufüttern‘, aber es geht mir einfach ums Prinzip, dass sie sich überall durchschnorrt. Naja mal abwarten, wie sich das noch entwickelt.

 

Die nächsten zwei Wochenenden bleibe ich am Campus, da zuerst Maria und danach die Woche Bianka Geburtstag haben und jeweils samstags feiern. Somit lohnt es sich nicht, nach Hause zu fahren und ich gehe erst wieder an Ostern arbeiten. Das bedauere ich aber auch nicht sonderlich, schließlich habe ich nächste Woche einen Termin für kostenlose Bewerbungsfotos am Campus, möchte dann die ersten Bewerbungen für die Thesis abschicken und für die andere Mündliche gibt es auch noch genug zu lernen. Und bis Ostern gibt es hoffendlich wieder mehr zu tun und ich komme schneller auf meine Stunden. Dieses Wochenende war es schon ganz ok und ich kam freitags und sonntags auf ein paar Stunden, da das Wetter super war und somit die Terasse voll besetzt war. Samstags bin ich mit meinen Cousinen und ein paar ihrer Freunde ins Metro feiern gegangen, da die beiden Geburtstag hatten. Lust hatte ich keine und der Laden war überhaupt nichts meins, aber nach zwei Cocktails habe ich dann doch angefangen zu tanzen und hatte trotz grauenhaft schlechter Musik meinen Spaß….und Dank ein paar Hamburgern um vier Uhr morgens konnte ich mich ein paar Stunden später auf der Arbeit nicht mal über einen Kater beschweren :))

Dem Ende so nah

Es war mal wieder an der Zeit, die wichtigsten Sachen zusammenzupacken, die sich in den letzten Wochen über das gesamte Zimmer verteilt hatten, und zurück zum Campus zu fahren. Montag Morgen und meine Motivation hielt sich deutlich in Grenzen. Aber es nutzte ja nichts, ab Dienstag beginnt der Unialltag wieder und besser ich komme heute in aller Ruhe wieder in meiner Campus Abstellkammer an und habe genug Zeit zum einräumen, als wenn ich mich morgen nur gestresst hätte. Wobei, die erste Vorlesung habe ich auch erst um drei Uhr, da hätte ich mich auch nicht beeilen müssen – aber so konnte ich mittags gemütlich mit Maria spazieren gehen, habe dann den großen Wäschekorb ausgepackt, sauber gemacht und abends waren wir richtig leckere Süßkartoffelpommes essen. Man muss sich ja nach diesem anstrengendem ersten Unitag was gönnen ^^

Mein Stundenplan ist mehr als nur großzügig mit Freistunden ausgestattet – also genau genommen habe ich nur Montag und Dienstag morgens eine Vorlesung und dann jeweils Dienstag und Mittwoch Nachmittag ein Doppelblock, bevor um 15:00 dann offiziell mein Wochenende beginnt. Na wenn das mal nicht genug Zeit ist, um für meine restlichen Klausuren zu lernen, dann weiß ich auch nicht. Und es bleibt genug Zeit zum Arbeiten, ohne die Uni zu vernachlässigen. Schließlich habe ich dann immer noch mindestens den Montag zum Nachbereiten – also im besten Falle, wenn ich wirklich das komplette Wochenende auf der Arbeit gebraucht werde. Momentan sieht das ja leider anders aus und ich hoffe es ändert sich noch ein bisschen was, so dass ich wenigstens auf meine Stunden komme. Schade ist nur, dass ich die viele Freizeit nicht produktiv zum Lernen einer Fremdsprache nutzen kann. Ich hätte es schön gefunden, in meinem (hoffendlich) letzten Semester am Campus noch zusätzlich ein bisschen Französisch zu lernen, oder auch gegen Italienisch oder Spanisch hätte ich nichts gehabt. Aber alle Kurse überschneiden sich mit den wenigen festen Veranstaltungen, die ich dieses Semester habe und das ist sehr enttäuschend.

Aber egal, man kanns nicht ändern. Hauptsache ich bestehe die restlichen Klausuren und finde dann eine Bachelorstelle. Dadurch, dass ich letztes Semester wie durch ein Wunder alle acht Klausuren bestanden habe, komme ich meinem Ziel plötzlich ein großes Stück näher und auf einmal sind gar nicht mehr so viele Klausuren zu bestehen vor der praktischen Studienphase. Zwischendurch dachte ich nicht mehr daran, dass ich auch nur die Hälfte der Klausuren bestehen würde und nun bin ich im Endspurt….und fühle mich ein bisschen überrollt. Mit Maria habe ich mich heute viel darüber unterhalten und auch Jenny M., die wir bei einer nächtlichen Campusrunde zum Verdauen getroffen haben, geht es momentan ähnlich. Plötzlich muss man sich erkundigen, bei welchen Firmen man die praktische Studienphase absolvieren möchte, die Bachelorarbeit anmelden und schreiben – und so genau wie das geht wissen wir alle nicht. Es gab auch nie eine Veranstaltung, in welcher uns von dem Prozess der Bachelorarbeit erzählt wurde. In den nächsten Tagen werde ich mal die Dokumente auf unserer Homepage lesen, da gibt es Informationen zur Anmeldung der Thesis, hoffendlich hilft mir das weiter. Die einzige nützliche Veranstaltung zur Bewerbung von Abschlussarbeiten findet leider nicht an unserem Campus sondern an der Partner-Hochschule statt (vom Fahren her wäre das noch ok gewesen) und natürlich genau an dem Tag, an welchem ich die erste Mündliche halte. Da kann ich also nicht teilnehmen und somit habe ich auch keinerlei Erfahrungen, was Bewerbungsgespräche angehen, wie man über den Gehalt redet und Tipps für ein sicheres Auftreten oder auch bezüglich der Bewerbungsmappe gibt es auch nicht. Aber gerade solche Dinge, über die ich mir bisjetzt viel zu wenig Gedanken gemacht habe, weil alles noch so weit weg aussah, rücken plötzlich in den Vordergrund.

Nach der mündlichen in zwei Wochen werde ich anfangen, Betriebe anzuschreiben und mich nach einem Platz für die praktische Studienphase und anschließend das Schreiben der Bachelorarbeit zu erkundigen – und dann hoffe ich einfach, dass ich irgendwo eine Zusage bekomme. Ein bisschen informier habe ich mich schon über potentielle Stellen und zwei Favouriten habe ich auch schon, hoffendlich klappt das. Aber erst einmal habe ich morgen meine erste Vorlesung für das Semester und fange an für die bevorstehende Klausur zu lernen. Immer eins nach dem anderen. 😉